Stationen

Über 200 Unternehmen aller Größen und aus fast allen Wirtschaftsbereichen gibt es in unserer Gemeinde: Einen ganzen Tag lang habe ich einige von ihnen am 10. April 2014 besucht.

Ihre Leistungen und die Menschen, die dahinter stehen, sehe ich als stellvertretend dafür an, wieviel bei uns getan und bewegt wird.

 

0:00 - 02:00 Uhr Mit Martin Niehaves in die nächtliche Welt des Backens.   Wenn unter der Woche selbst die Wickeder "Nachteulen" unter die Bettdecken schlüpfen, läuft in einer Reihe von Unternehmen unserer Gemeinde die Produktion weiter. Dazu gehört auch die Bäckerei Niehaves in der Westerhaar. Ohne Nachtarbeit hier gäbe es für die Frühaufsteher "im Dorf" weder Brot noch Brötchen. Anstrengende und vor allem gut organisierte Arbeit nach Mitternacht ist dafür nötig. Martin Niehaves, der mit seinem Bruder das erfolgreiche Familienunternehmen führt, macht Matthias Lick, Anzeiger-Reporterin Andrea Schulte und mir einen informativen Einblick möglich: In einem fast Sprungturm-hohen Ofen wird in einem Dutzend großer Backfächer eine bunte Vielfalt von Brotsorten gebacken. Zügig werden die Formen mit frischem Teig kräftig auf die großen Steinplatten geschoben und mit einem Lift maschinell ins richtige Backfach gebracht. Eine kleine, aber für die Arbeitsgesundheit wichtige Erleichterung in dieser Bäckerarbeit, die sichtbar Erfahrung und Kraft braucht.  Im Ofen überwacht ein Computer die Temperaturen und Backdauer. Als ich beim Abnehmen der fertigen Brote mithelfen kann, merke ich schnell, dass die dicken Handschuhe nötig sind.... "Wir sind Handwerk" unterstreicht Martin Niehaves: "Alle Produkte machen wir selbst und hier". In einem großen Edelstahlbehälter wird Sauerteig angesetzt. Gleich daneben kommen in ein großes Mischgerät ständig Mehl, Wasser und weitere Zutaten - der gefertigte Teig kommt dann von Hand in die Brotformen.  Im Konditoreibereich werden um halb zwei die großen Arbeitsplatten gereinigt und für die Arbeit des kommenden Tages vorbereitet. Zu Dutzenden stapeln sich Kuchenformen - und wir bestaunen ein paar kunstfertige Schoko-Osterhasen. Für ihre Erzeugnisse wurde die Bäckerei erst vor kurzem mehrfach ausgezeichnet. Einen Preis als familienfreundliches Unternehmen gab es in 2013 ebenfalls. Für Niehaves ist klar, dass es ein Geben und Nehmen zwischen Betrieb und Mitarbeitern geben muss, um gute Leute zu gewinnen und zu halten. Mehr Sorge bereitet ihm der ständig wachsende Aufwand, den die Auflagen der Lebensmittelkontrolle und des EU-Lebensmittelrechts bedeuten: "Wenn das so weiter geht, ist das für das Handwerk, wie wir das kennen und behalten wollen, auf Dauer gefährlich", unterstreicht er ganz deutlich. Es sei doch weder möglih noch wünschenswert, demnächst jedes Mohnbrötchen oder Puddingplätzchen mit einem Beipackzettel zu versehen. Ich notiere mir, dazu bald mal ein Gespräch mit Peter Liese habe möglich zu machen, der unser CDU-Europabgeordneter ist und sich in Brüssel auch um den Verbraucherschutz kümmert. Zusätzlich wirken sich steigende Energiekosten in der Bilanz des Unternehmens aus, versichert mir Martin Niehaves. Immer wieder heißt es für uns an die Seite springen, weil eine großer Rollwagen frischer Ware vorbei muss. Auch das Bäcker- und Konditorgeschäft kennt Saisonzeiten: Bis zu 14.000 "Berliner" werden dann beispielsweise an den tollen Tagen rund um Karneval hergestellt. Die 1510 Stück Käsebrötchen, die diese Nacht unter anderem vorbreitet und von Hand belegt werden, wirken dagegen schon fast überschaubar. Dabei sind sie nur ein Produkt in der Vielfalt, die in ganz unterschiedlichen Sorten- und Zahlenzusammenstellungen in mehreren hundert Transportkisten und einigen Kühlboxen am Hallenausgang auf die Fahrer wartet. Elektronische Displays zeigen die Bestimmungsorte im Umkreis von rund 50 Kilometern an: "Wir wollen ein regionales Unternehmen sein und bleiben". Ein ausgeklügeltes System im Warenmanagement gleicht den Tagesabsatz der einzelnen Läden ständig ab, so dass bei den Lieferungen soweit wie möglich große Überschussmengen vermieden werden. Das ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch Wertschätzung von Lebensmitteln.

Seit den 90er Jahren sind Niehaves in der Westerhaar zu Hause. Einmal bereits wurde kräftig erweitert. Neu und schick ist auch das Bürogebäude. Für einen möglichen Ausbau ist auch noch Fläche vorhanden. Den Standort Wickede finden sie nach wie vor goldrichtig, versichert uns Martin Niehaves, als wir uns um 2:00 Uhr in der früh mit vielen Informationen und noch mehr Respekt vor dem Handwerk verabschieden, dass hier dafür sorgt, dass frische Brötchen für uns "ganz normal" sind.
www.niehaves.de

--- und weiter geht es nach einer Mütze Schlaf zu Hackethal

07:00 Uhr   Hackethal   Während die meisten Menschen in Wickede noch schlafen, gehen bei Hackethal in der Oststraße die Lampen schon an: "Um halb vier Uhr beginnt der erste Metzger bei uns seine Arbeit", schildert Bernd Hackethal den Betriebsstart. Ab fünf Uhr komplettiert sich dann schrittweise die weitere Mannschaft. Sie sorgt dafür, dass von hier aus sechs Filialen u.a. in Soest und Werl mit frischen Fleisch- und Wurstwaren versorgt werden. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt der traditionsreiche Betrieb. "Seit 1898 gibt es uns schon", sagt Bernd Hackethal stolz und fröhlich. Er steht für die vierte Generation der Familienfirma. Helen Kramer und ich schauen den Metzgern in der Fleischzubereitung und der Wurstküche über die Schulter. Einige Paletten Frikadellen dampfen ihrem Abtransporte entgegen. Zehn Schweine werden hier täglich verarbeitet und im Durchschnitt fünf Rinderviertel, lernen wir. Allerdings können diese Mengen je Stand der Grillsaison oder zu Feiertagen deutlich ansteigen.

Im Kühlhaus hängt Nachschub für den laufenden Betrieb. Soweit als möglich wird auch regionale Herkunft geachtet - Hähnchen und Puten kommen z.B. aus einem Betrieb in einer Nachbargemeinde. Drei Damen putzen Gemüse und in einer Küche kommen schon die Töpfe auf den Herd: Zusätzlich zum Bistrogeschäft, dass in den Filialen zahlreiche hungrige Kunden vor allem in der Mittagszeit mit mehreren Auswahlmenüs versorgt, schlägt hier das Herz des Catering-Geschäftes. "Zu 1000-1200 Anlässen im Jahr liefern wir Essen aus", so Bernd Hackethal.

Die Palette ist groß: Vom kleinen Snack für vier Personen, der vielleicht heute Mittag bei einem Geschäftsessen gereicht wird, bis zum festlichen Event eines runden Geburtstags, Firmenjubiläums oder der Abiturfeier mit 500 Menschen reicht die Serviceerfahrung, die er mit seiner Frau und dem Team einbringen. Auch hier steht hinter reibungslosen Abläufen nicht nur viel Erfahrung und Anstrengung, sondern auch eine unsichtbare stattliche Logistikkette. Gemüsebedarf, der bis zum Vorabend um zehn Uhr noch gemeldet wird, rollt vom Zulieferer am nächsten Morgen pünktlich um 5 Uhr auf den Hof. Bernd Hackethal ist überzeugt, dass Wickede ein guter Standort ist: "Ich würde mir wünschen, dass wir mehr über die guten Seiten erzählen..." Bei "Wickede blüht" am 4. Mai im Lanferbachtal ist er jedenfalls dabei, wenn sich Wickede frühlingsbunt präsentiert.

 www.hackethal.de


--- weiter geht es zu Finkendei

08:00 Uhr Finkendei   Rund um die Uhr läuft die Produktion bei Finkendei. Wer die Straße "Im Winkel" zum Freibad fährt, passiert die Werkseinfahrt immer. Doch wie groß das Unternehmen hinter dem blauen Schiebetor ist, erschließt sich für Hans Regenhardt und mich erst beim Rundgang.

Auf 5500 Quadratmetern Fläche dreht sich alles um den Werkstoff Metall, vor allem Rohre und metallische Bauteile, die besonderen Anforderungen ausgesetzt sind. 4000 Tonnen Stahl- und Edelstahlrohre rollen jährlich per LKW in das 1998 gegründete Familienunternehmen, dass Erich Finkendei und sein Sohn Eric leiten.

50 Mitarbeiter beschäftigen sie an den Spezialmaschinen, die zur Umformung, zum Sägen und zur Enden-Bearbeitung der Rohre eingesetzt werden und an weiteren Arbeitsplätzen. Umformen - das ist der Prozess, mit dem Rohrteile so gebogen, an bestimmten Stellen gepresst oder mit Vertiefungen versehen werden, dass sie passgenau für den Zusammenbau in Produkten weitertransportiert werden können. "Ein ganz wichtiger Abnehmer für uns ist die Automobilindustrie", erläutern uns die beiden Chefs. So sorgt die besondere Zurichtung von Rohren dafür, dass sie als "Rückgrat" für Autositze dienen, die als Endprodukt Sicherheit und Komfort bieten.

Besondere Anforderungen stellen Baugruppen, die beispielsweise für Krankenhausmöbel des benachbarten Unternehmens Schmitz und Söhne benötigt werden, um festen Stand zu gewährleisten und komplexe Hebeeinrichtungen einsetzen zu können. Für die Energietechnik - beispielsweise im Windradbau - und große Förderanlagen, wie sie in Kohlekraftwerken eingesetzt werden, werden ebenfalls Teile geliefert, die zum Beispiele als große Rechen zur Reinigung von Förderbändern zum Einsatz kommen. In Deutschland, im benachbarten EU-Ausland und bis nach Russland sitzen ihre Kunden.

An vielen Arbeitsplätzen der langen Hallen blinken Bildschirme und ein Biegeroboter hilft, die körperliche Arbeit zu erleichtern. "Die Energiekosten sind natürlich für einen Betrieb wie uns ein ganz wichtiger Faktor", unterstreichen beide Finkendeis. Sie kaufen ihren Strom daher seit einiger Zeit direkt an einer Strombörse. Auch mit den Stahlpreisen könne man inzwischen wieder leben. Über den Kontakt zur Gemeinde ist man zufrieden. Weil inzwischen die LKW vom Obergraben her über das Gelände der Fa. Schmitz anliefern können, hat sich auch das Problem parkender LKW in der Freibadsaison gemildert. Stolz sind sie darauf, nicht nur das Auf und Ab der Wirtschaft in den letzten Jahren gemeistert zu haben, sondern vor allem bei Bedarf ganz schnell und flexibel zu sein: "Das geht  bis zum 24-Stunden-Lieferservice für bestimmte Zeichnungsteile, aber auch kurzfristige größere Mengen-Aufträge bekommen wir ganz schnell zuverlässig hin", unterstreicht Eric Finkendei als das große Plus eines mittelständischen Familienunternehmens in dieser Branche.

www.finkendei.de


Die nächste Station ist in Wimbern:

 
09:00 Uhr Knieper-Gas   Die Wickeder Wirtschaft ist überraschend. Zwischen Wald und Feldern am Wimberner Ortsrand zu Oesbern ist ein Spezial-Unternehmen zu Hause. Franz-Josef Knieper und Sohn Fabian schicken von hier aus schwere Flaschen auf die Reise, die es in sich haben.

Sie sind Fachhändler für technische und medizinische Gase. Ihr Werkstoff hilft in Arztpraxen bei Operationen und Untersuchungen, in Autowerkstätten und Produktionsbetrieben, wo geschweißt werden muss, und bei vielen weiteren Anwendung. Fabians Großvater fing das Fuhrgeschäft 1945 mit einem Opel-Blitz-Lastwagen an. In den 50er und 60er Jahren kam die Spezialisierung auf Gastransporte hinzu. 2008 erfolgte ein großer Umbau der Propangasanlage von 4.000 auf 62.000 Liter mit 3 Abfüllwaagen. Unsichtbar unter der Erde liegt ein gewaltiger Gastank - aus Sicherheitsgründen werden so große Temperaturschwankungen des Inhaltes vermieden.

Drei schwere LKW-Züge bedienen heute Kunden, die überwiegend in der Region bis hinunter ins Siegerland zu Hause sind. Aber auch der Gasgrill für das Sommerschnitzel kann seinen Brennstoff bei Knieper in Wimbern bekommen. "Fix und flexibel sein, das ist unsere Stärke", ist Franz-Josef Knieper überzeugt. Und sicher natürlich: Die schweren Gasflaschen müssen auch extreme Situationen aushalten können. Die Überwachungsbehörden checken regelmäßig die Gasfüllstation. Die Fahrer absolvieren regelmäßige Sicherheitstrainings.

Die alten Fotos im kleinen Büro, wo Ede Schmidt, Hans Regenhardt und ich mit den Kniepers über Aktuelles in Wimbern und die Geschichte der Spedition plaudern, zeigen noch "Kapitäne der Landstraße". Heute ist der Takt dichter - und mit einem kleinen Gabelstapler, der hinten am LKW-Auflader hängt, können die Frachten beim Kunden ohne Wartezeit rasch ab- und aufgeladen werden. Das Abfüllen erfolgt stets draußen - das heißt auch bei jedem Wind und Wetter, Hitze und Kälte die Geräte bedienen. Eine zweite Halle für die Lagerstätten soll deshalb ein bischen mehr Komfort bieten.


www.knieper-gas.de 

... weiter geht es zur Schreinerei Beierle & Kauke

 

 



10:00 Uhr Beierle & Kauke
- Frank Beierle und Stephan Kauke sorgen sich um die Zukunft des Handwerks: "Junge Leute wissen viel zu wenig, wie groß die Möglichkeiten bei uns sind, als Unternehmer etwas zu gestalten und bewegen". Junge Leute wüssten auch zu wenig, dass man als guter Handwerker ein sehr ordentliches Einkommen haben kann - ohne Rückstand zu manchen akademischen Berufen: "Immer vorausgesetzt, die Qualität stimmt". Die Abitur-Fixierung der öffentlichen Meinung und vieler Eltern gehe an den Lebenserfahrungen und am Bedarf der Zukunft deutlich vorbei, sind beide überzeugt. Welche negativen Auswirkungen das langfristig haben kann, wenn es um Service und Qualität geht, haben sie aus dem Ausland vor Augen: "Präzise Angebote und Gewährleistung wie bei uns findet man da nicht".

IhreTischlerei haben sie im Sommer 1995 gegründet. Der Firmensitz ist nach wie vor direkt am Werler Stadtwald in der Westerhaar in einer gemieteten Halle, deren Eigentümer (eine Wickeder Unternehmerfamilie) sie ausdrücklich loben. Zusammen mit den beiden Chefs sind zwei Auszubildende und fünf Gesellen damit beschäftigt, Wertarbeit aus Holz zu liefern: "Eigentlich können wir da alles". Insofern kein Wunder, wenn Aufträge auch einmal quer durch Deutschland und sogar ins Ausland führen. Möbel, Fenster, Türen oder Treppen; Neufertigung oder Renovierung; privat, gewerblich und öffentlich, das Einsatzfeld ist breit gefächert. Genau das schätzen beide Inhaber des Unternehmens sehr. Ihre Betriebsgröße finden sie optimal. Mit dem Standort Wickede sind sie zufrieden. Für das Handwerk bleibe die öffentliche Hand mit Aufträgen in die Region hinein und fairem Wettbewerb ein ganz wichtiger Auftraggeber, geben sie mir, Isolde Neuhaus und Willi Eickhoff mit auf den Weg, ehe wir uns in der Werkstatt einen eigenen Eindruck verschaffen, wie sie Tradition und High-Tech im Schreinereibetrieb optimal ergänzen.

ww.beierle-kauke.de  

--- weiter geht es zu Stahlhoffs Stand - Gutes aus Schlückingen auf dem Wickeder Wochenmarkt


 

11:00 Uhr Markt -  Auf dem Markt gibt es bei Willi Stahlhoffund Silvia Hanke nicht nur Top-Kartoffeln, frischen Brokkoli und leckeres Obst, sondern auch alle Neuigkeiten aus dem Dorf.
--- weiter geht es zu Wissner-Bosserhoff

12:00 Uhr: Das Unternehmen Wissner-Bosserhoff ist nicht nur mit seinen Produkten auf der ganzen Erde vertreten und mit inzwischen mehr als einem Dutzend eigener Untergesellschaften weltweit sichtbar, es repäsentiert Wickeder Industrietradition auch in einem der schönsten Gebäude unserer Gemeinde. "Die weiße Villa" an der Hauptstraße dient als Firmensitz. Hier werden Thomas Fabri, Martin Vollmer und ich herzlich von Uwe Deckert und Stefan Wiesemann begrüsst. Sogar ein Willkommensschild mit unseren Namen finden wir am Eingang und Bärbel Kretschmar hat uns - "es ist ja jetzt Mittag" - lieb den Tisch gedeckt.

Um Service geht es auch bei den Produkten. Das Unternehmen produziert als Teil eines deutsch-tschechischen Unternehmens Betten für den medizinischen Bereich und den Einsatz in der Pflege. Über die zwei Teilkonzerne, der Wissner-bosserhoff-Gruppe und der Linet-Gruppe, mit Produktionsstandorten in Wickede und in Slany bei Prag sowie Vertriebsgesellschaften in Europa und den USA wird das operative Geschäft in mehr als 100 Ländern mit über 850 Mitarbeitern abgewickelt. Beides sind weltweite Wachstumsmärkte. "Made in Germany" ist immer noch  ein Qualitätszeichen, weiß  Uwe Deckert, der für Marketing und Produktmanagement zuständig ist, aus seinen internationalen Erfahrungen zu berichten. Und das ist gefragt, wenn es um anspruchsvolle Produkte geht, die z.B. für Krankenhäuser in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen. Alle zwei Jahre stellen die Wickeder ihre Neuigkeiten in Düsseldorf auf der Medica, einer der Welt-Leitmessen für Medizintechnik vor. Die digitale Revolution hat längst auch diesen Bereich erobert und macht zunehmend auch die Pflege leichter, wenn Betten sich so invidivuell heben und senken lassen, dass sie mit einfacher Bedienung helfen, langsam und sicher aufstehen zu können.

Auch die Gestaltung von Bettgittern, die teilbar sind, ist nicht nur ein Komfortfrage. Denn Sicherheit z.B. für ältere, möglicherweise demente und gebrechliche Patienten darf nicht mit Einschränkung von Freiheitsrechten erkauft werden. So ermöglichen teilbare Bettgitter sicheren Halt am Kopfende und die Chance, weiterhin selbst sein Bett im unteren Bereich verlassen zu können. Wiegesensoren können z.B. einem Schwesterzimmer melden, ob ein Patient aufgestanden ist - und können nach einer voreingestellten Zeit ein Signal geben, wenn der Patient nach einem möglichen WC-Gang noch nicht wieder im Bett angekommen ist: "Dann könnte es wichtig sein, nachzuschauen, ob der Patient ein Problem hat oder vielleicht über den Flur irrt".  In der Fachsprache heißt dass dann zum Beispiel: "Hightech-Universalpflegebett mit Schwerpunkt auf Sturzprävention, Dekubitusprophylaxe und Mobilisierung". 

Das Unternehmen bietet aber nicht nur Betten, sondern insgesamt Einrichtungslösungen für Krankenhäuser, Altenheime und stationäre Pflegeeinheiten an. In zwei Schichten wird derzeit in der Fertigung produziert. In den großen, hellen Hallen an der Hauptstraße werden die Metallteile in einem Mini-Wirbelsturm von kleinsten Eisenkügelchen von Rückständen der Schweißprozesse befreit und anschließend pulverbeschichtet und getrocknet. Wir sehen gerade silbergraue Bauteile - "aber wir können auch jede andere Farbe" versichert Stefan. Dem Unternehmen ist wichtig, dass auch ihre Produkte nicht nur technisch Spitze, sondern auch ansprechend sind. Der Lohn dafür sind internationale Designpreise. "Kult" ist in der Fachwelt auch der jährliche Kalender "Hommage an das Leben" mit Seniorenportraits.

www.wi-bo.de --- und weiter geht zu MBT-Polytapes
    13:00 Uhr  Bei MBT-Polytapes mache ich zusammen mit Andrea Schulte vom Soester-Anzeiger, Thomas Fabri und Hans Regenhardt eine Entdeckungsreise, wieviel Technik und Herstellungswissen in einem "Alltagsprodukt" steckt. "Wir stellen hier Schutzfolien her", erklären uns Geschäftsführer Christian Bünte und Sabine Frank - konkret geht es um die dünnen, abziehbaren Plastikfolien, die z.B. Fensterbänke, teure Möbel, Profilteile für Fenster oder Fahrzeuge auf dem Weg zum Werk vor Kratzern und Staub bewahren. Und weil bei Endkunden und Weiterverarbeitern die Toleranz sehr gering ist, Stücke mit "Macken" zu akzeptieren, bekommt die zuverlässige Transportsicherung einen immer höheren Stellenwert.

Um diese zu gewährleisten, rollen jedes Jahr rund 3000 Tonnen Kunststoff-Granulate in den Erlenbusch am Ruhrufer, gemeindeauswärts Richtung Fröndenberg. Was damit passiert, ist erstaunlich: Die weißen oder farbigen Granulatkügelchen werden in Bodennähe in einen Erhitzer geblasen, auf 190 Grad gebracht und kommen dann spektakulär als heißer Kunststoffschlauch im Umfang eines Baumstamms drei Meter über dem Boden aus der Maschine heraus. Der Schlauch reckt sich im Luft-Wärmestrom rund 10 Meter in die Höhe, wird dort oben geteilt und kommt auf großen Rollensystemen als Folie wieder nach unten, die dann aufgewickelt wird.

Von dort geht es weiter in große Verarbeitungsstraßen, wie sie Zeitungsdruckmaschinen ähnlich  sind. Hier werden z.B. Firmennamen aufgedruckt oder Folien aufeineinander gebracht, um den Schutz zu verstärken. Auf einer anderen Fertigungsstraße kommt  der Kleber auf die Folienbahnen, die anschließend in die nötige Breite nach Kundenwunsch geschnitten werden. "Die jeweiligen Klebeeigenschaften stimmen wir auf die chemischen und physikalischen Eigenschaften Ihrer unterschiedlichen Materialien exakt ab – Metalle, Lacke, Kunststoffe, Glas, Holz oder Stein, glänzend, matt oder strukturiert", erklärt uns Christian Bünte. Im Hof des Betriebes, der mit 50 Mitarbeitern dreischichtig arbeitet, stapeln sich die vielfältigen Folienrollen. Hinter einem scheinbar einfachen Produkt steckt nicht nur viel Technik, sondern auch ein beträchtliches Investitionsvolumen - von z.B. einer dreiviertel Million Euro für eine Foliendruckstraße. Christian Bünte ist zuversichtlich am Standort Wickede: Deshalb möchte er gerne weiter investieren und hofft, in der nächsten Zeit ein neues Bürogebäude bauen zu können. Dann wird auch zusätzlich Raum für einen Ausbildungsplatz geschaffen

www.mbt-polytapes.de  --- weiter geht es zu Sabeau

15:00 Uhr Sabeau   Nicole Telgenbüscher ist Insel-Eigentümerin - im übertragenen Sinn. Vor 14 Jahren hat sie sich selbständig gemacht. Die tolle Fassade des damaligen Neubaus in der Rosenstraße hatte sie fasziniert - und ist seitdem Standort für ihre Wohlfühl-Insel "Sabeau". Der Name verbindet übrigens das französische Wort beau ("schön") mit der ersten Silbe eines früheren Lieblingsnamens.

Mit ihrem kleinen Team - zusammen sind sie 5 Frauen -  widmet sie sich Wohlbefinden und Schönheit. Ihr ist ganz wichtig, dass "wir Menschen nicht anders machen, sondern den eigenen Ausdruck noch schöner sichtbar machen". Entspannungsmassagen, Maniküre, Gutes für die Füsse und die ganze Schatzkiste der Kosmetik hält die Mannschaft dafür bereit. Verändert habe sich, dass immer mehr auch Männer ein gutes Aussehen und Körper-Wohlbefinden für sich schätzen und umsetzen. Die Hemmungen, mit denen die ersten männlichen Kunden vor Jahren das angebliche Frauen-Reich betreten hätten, sind lange vorbei.

Ausdrucksstärke und Wellness hängen eng zusammen - "und das tut allen gut". Manchmal brauche es eben nur einen geschulten Blick und etwas Mut, um "das Eigene zum Leuchten zu bringen", sagt Nicole Telgenmüscher, die außerhalb des Berufes sich gerne mit Malerei und dem Garten beschäftigt. "Mein Wunsch ist, dass unsere Kundinnen unser Geschäft glücklich verlassen - und das schaffen wir..." Das glaube ich nach meinem kurzen Besuch gerne - und halte der Kundin, die kommt, die Türe auf...

www.sabeau.de  ... und weiter geht es zur Schumachermeisterin Claudia Noisten
16.00 Uhr  Claudia Noisten hat ein paar harte Tage hinter sich - nach einem bösen Foul auf dem Fussballplatz musste ihr 13jähriger Sohn ins Krankenhaus und eine nicht unkomplizierte Operation über sich ergehen lassen: "Deshalb sieht es hier auch etwas wild aus", hebt sie die Arme und lacht. Seit diesem Donnerstag ist ihr Jüngster wieder zu Hause und sie hat für die Arbeit wieder mehr Luft. Dabei kann man, wenn man sie sieht, von Arbeit eigentlich nur bedingt sprechen: Claudia ist augenscheinlich eine Handwerkerin aus Leidenschaft, was sie selbst genau so wie ihre Werkstatt ausstrahlt.

"Acht Jahre ist das schon her", staunt sie fast selbst bei der Antwort auf die Frage, wie lange es das kleine Reparaturatelier an der Nordstraße schon gibt. Gelernt hat sie als orthopädische Schuhmacherin. 2006 bot sich die Chance, im Haus der Familie, einem früheren Bauernhof (der noch als Nebenerwerb läuft), ihr eigenes Ding anzufangen. damit ließen und lassen sich Freude am Beruf und Verantwortung für die Familie prima verbinden. Übernommen hat sie Maschinen vom früheren Schuhmacher Westhoff - die Geräte sind echte Veteranen alter Handwerkstradition, schwer, groß, zuverlässig und unverwüstlich. Bei ihm, den ich zusammen mit seinem Gesellen in den 80er Jahren einmal mit einem Schwarz-Weiß-Foto ins Bild gesetzt habe, das heute bei Claudia hängt - entstand auch die Faszination für ihren Beruf.

Schuhe aller Art, Jacken, Taschen, Hosen - alles was aus Leder zusammen genäht werden muss, kommt nun heute bei ihr die Nadel. Bei hoffnungslosen Fällen rät sie aber auch ab - so bei dem Handwerker, der ein Loch auf der Oberseite seiner Arbeitsschuhe begutachten lässt: "Drauf kleben bringt´s nicht und durch eine Stahlkappe nähen kann ich auch nicht". In jedem Fall sollte man aber, ehe man die geliebten Treter aufgibt, auf ihre Expertenmeinung nicht verzichten - denn Handwerk in Wickede heißt manchmal eben auch "zaubern".

... und weiter geht es mit Ortsvorsteher Reiner Belz zum TLV-Lichtvertrieb in Echthausen.
Bild: ein TLV-Lichtkonzept für die freigelegte Henne in Meschede

17:00 Uhr  "Jetzt haben wir das Foto vergessen", fällt Reiner Belz und mir ein, als wir uns von Peter Gottschalk verabschiedet haben. So intensiv haben wir mit den drei Geschäftsführern der TLV über Kommunalpolitik, aber vor allem über ihre Arbeit gesprochen. Peter Gottschalk, Karl-Heinz Vollmer und Günter Jürgen arbeiten mit einem ganz besonderen "Produkt", das ich besonders liebe - ihr "Werkstoff" ist: Licht.

TLV in Echthausen steht für Lichtplanung nach Maß. "Licht gibt es in allen Farben und Variationen", sagt Peter Gottschalk: "Vor allem mit der LED-Technik gibt es jetzt ganz neue Dimensionen von Chancen, um Gebäude, Wege oder Orte nach Wunsch ins rechte Licht zu setzen. Stimmung zu erzeugen, ist unser Handwerk."

Wie gut das gelingen kann, davon können sich alle Wickeder täglich selbst überzeugen. Denn das Beleuchtungskonzept für den Bahnhof und seine Umsetzung wir in Echthausen entwickelt und gesteuert. Stattliche Kataloge, die seine Partner aufschlagen, zeigen uns spannende Projekte überall in Deutschland. In Meschede leuchtet jetzt das freigelegte Henneufer in den Farben, die die TLV-Fachleute für den Ort entwickelt haben. Beeindruckend finde ich einen Raum der Stille, den ein deutscher Konzern in Auftrag gab und der sich mit LED-Technik in ganz unterschiedliche Stimmungsfarben versetzen lässt. Ja, als Bürgermeister von Wickede müsste man das Budget eines DAX-Unternehmens haben - dann wüsste ich die TLV-Truppe schon eine Zeit lang mit interessanten Projekten zu beschäftigen....

TLV ist "aus der Not" entstanden, als vor über zehn Jahren plötzlich die Firma Thorn in Neheim ihre Tore schloss. Damals standen die heutigen Partner vor der schwierigen Entscheidung, individuell neue Berufe zu finden oder miteinander den Aufbruch in die Selbstständigkeit mit ihrem besonderen know how zu wagen. Das das nicht einfach war, räumen sie ein. Das sie stolz auf ihren Erfolg sind, spüre ich. Ein bitterer Schlag war der plötzliche und tragische Tod ihres Gründungspartners Joachim Kunadt in 2013. Das er mit seinem Anteil am Erfolg des Unternehmens bei seinen Partnern und im Betrieb wie selbstverständlich weiterhin präsent ist, zeigt auch die TLV-Internetseite, die in weiterhin aufführt. Das berührt mich sehr.

Wer eine Beleuchtungsidee oder ein Konzept hat und nach Unterstützung bei der Realisation sucht, kann von TLV ein »Rundumsorglos-Paket« bekommen. Das gilt für Fassaden von außen wie für Industriegebäude von innen. Das können Sportplätze, Messebauten oder Privathäuser oder öffentliche Plätze sein. "Mit jeder neuen Erfahrungen und jedem weiteren Projekt können wir den Kunden noch intensiver mit Analysen, Vorschlagsalternativen und fertigen Lösungen aus einer Hand beraten und versorgen". Die für Ingenieure typische Gründlichkeit zeigt sich aber nicht nur in ihren durchdachten und kreativen Projekten. In unserem Gespräch kommen beim Thema Kommunalpolitik auch ich als Bürgermeisterkandidat und Ortsvorsteher Reiner Belz auf den Prüfstand, was wir für Wickede vorhaben. Und so vergeht das Gespräch an der Talstraße eben wie im Flug - und besser als ein Bild von uns am Wohnzimmertisch illustrieren wohl die Projektbilder und der Internetlink, was diese Kreativschmiede in Echthausen bietet....

www.tlv-licht.de

18.00 Uhr  Kirchstraße  ... mit Martin Vollmer, Heinrich Prenger-Millies und Philipp Pantel durch die Kirchstraße. Wir sprechen mit Franz-Josef Schulte, Friedhelm Fuhrmann und den Eheleuten Bostanci über Leerstände und die breite Angebotspalette unserer heimischen Geschäfte. Herrn Bostanci gratulieren wir zum 36. Geburtstag. Seit 18 Jahren macht er wieder heil und passend, was Wickederinnen und Wickeder gerne anziehen.

 

Was wird aus dem Schlecker-Markt? 19:00 Uhr Fischhof Baumüller - Spezialitäten aus Wiehagen, die weit über Wickede hinaus geschätzt und geschmaust werden, gibt es beim Fischhof Baumüller. 1994 hat sich Frank, der zunächst gelernter Schreiner ist, nach seinem Abschluss als Jahrgangsbester an der Fischereischule NRW in Ahlbaum entschlossen, Unternehmer zu werden. Seitdem geht es mit dem Fischhof bergauf. Mit seiner Frau Burga ist er ein tolles Team, zu dem auch sein Bruder mit Frau und einige weitere feste und freie Mitarbeiterinnen gehören.

Die Angelteiche sind nicht selten an den frühen Morgenstunden schon von stillen Anglern umringt. In den Becken der jüngst erweiterten Betriebsgebäude schwimmen Störe, Forellen und andere Flossentiere. Leckeren Lachs bekommt Frank mehrmals frisch aus Norwegen - Petra Gehrke, Heinrich Koerdt und ich dürfen probieren, denn Burga hat uns rasch ein paar Häppchen gezaubert... Und werden in die Kunst des Entgrätens eingeführt. Alles Wissenswerte weitere gibt es hier: www.fischhof.de



20:00 Uhr Bürgerstuben  - Die Kunst der Küche gehört natürlich gleich an mehreren Stellen zu Wickede. Und auch einige Zutaten-Betriebe habe ich ja schon kennen gelernt. Von unseren Restaurants und Gaststätten im Ort sind die Bügerstuben besonders zentral und ich freue mich, dass mir Adis Nuhanovic einen Blick die Küche erlaubt und darf sogar selbst unserer Freunderunde eine leckere Spargelcremesuppe zubereiten.



Ganz schön heiß wird es am Herd - und die Kunstfertigkeit von John, Bratkartoffeln nicht nur schmackhaft anzurichten, sondern schwungvoll in der Pfanne zu wenden, werde ich sicher nicht erlangen. Ein Grund mehr, sich einfach gut bewirten zu lassen...

                                                    


Das mit dem Servieren üben wir noch: Aber auch von der falschen Seite angereicht schmeckt es prima.


 

www.buergerstuben.de

--- und weiter geht es  zum Altenpflegeheim St. Raphael in Wimbern

21:00 Uhr  Altenpflegeheim St. Raphael in Wimbern   Es geht gastlich zu: Auch Abends um Neun haben Pflegedienstleiterin Kirsten Gröver und Leiter Thomas Heck den Besprechungstisch nett gedeckt - Gebäck, Kaffee und Erfrischungsgetränke! Den Kaffee schätze ich jetzt sehr. Und ich freue mich mit Ede Schmidt, Hans Regenhardt und Martin Volmer über die Chance, eine andere Seite des Wickeder "Nachtlebens" kennen lernen zu können: Wachen und pflegen rund um die Uhr wird für unsere Gemeinde immer wichtiger, wenn die Zahl älteren Menschen, die auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind, wächst. "Wir haben hier einen Nachtdienst, keine Nacht-Wache", das ist unseren Gastgebern wichtig: "Das heißt, hier ist auch nach Mitternacht qualifiziertes Personal immer da".

Ich bin überzeugt, dass das Menschen mit viel Einsatzbereitschaft und Geduld sein müssen. Für demente Personen gilt beispielsweise oft der übliche Tagesplan nicht mehr und das bedeutet, dass in ihrer Vorstellungswelt die Frühstückszeit auch kurz nach Mitternacht  beginnen kann.... Während wir leise über die Flure geführt werden, bekommen wir einen Eindruck, wie sehr das Haus durch die Um- und Anbauarbeiten gewonnen hat. "Es war auch ein anstrengende Zeit für uns", sagt Leiter Heck und freut sich auf den festlichen Abschluss im Oktober: "Wieviel zusätzliche Arbeit so ein Ausbau bedeutet, habe ich am Anfang noch nicht gewusst". Und die "Grundauslastung" von Pflege- und Verwaltungspersonal für derzeit rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner ist ja auch nicht gerade gering.

Im Lavendelraum  ist schon für das Frühstück gedeckt: "Wir halten hier an den kleinen Wohngruppen gerne fest", erfahren wir von Kirsten Gröschel: "Das bietet unseren Bewohnern Orientierung und Sicherheit".  Ein ergänzendes Angebot zum Beispiel mit Auswahlmenues  im Speisesaal kommt hinzu. Der Wochenplan informiert über die Aktivitäten, die zwischen dem Morgen und dem Abend bis 18:30 Uhr zur Auswahl stehen, denn St. Raphael ist ein Ort, in dem die letzte Phase des Lebens "aktiv gelebt" werden kann und soll und eben nicht nur "verbracht" .... Wir begegnen der Nachtschwester - ihr folgt dezent, aber stetig ein älterer Herr, dessen innere Tageszeituhr inzwischen anders geht als unsere. Leise verabschieden wir uns.

www.altenheim-wickede.de

22:15 Uhr  nach Hause geht es mit Taxi Stebbe - Der letzte Termin dieses Tages ist mobil: Von Detlef Stebbe lasse ich mich am Raphaelsheim abholen. Wie alle Kunden in den 26 Jahren, die seine Frau und er den Taxibetrieb führen, komme ich komfortabel und sicher nach Hause. "Das muss man als Paar und Familie wirklich wollen und durchhalten können", schmunzelt er. Ich habe Respekt: Denn das heißt auch, 24 Stunden abrufbereit und kaum eine Nacht ohne Telefonanruf.  Eine Zeitlang half der Sohn im Betrieb. Der hat aber jetzt selbst Beruf und Familie.  Allerdings habe sich der Beruf auch verändert, weiß Detlef Stebbe: "Früher hatten wir mehr Kneipen und späte Fahrten. Heute sind die Krankenfahrten ein ganz wichtiges Standbein für jedes Taxiunternehmen". Wenn am Wochenende Partytime im Kraftwerk ist, rollt die beige Limousine ebenfalls munter. Vor unserem Haus sehe ich den Rücklichtern des Autos nach, in dem Detlef Stebbe sitzt - noch ein sympathisches Gesicht mehr, das für Leben und Leistung rund um die Uhr in Wickede steht.