Ihre Meinung zu konkreten Fragen.
15.03.2014, 09:12 Uhr
 
Fakten zur Steuerdiskussion

Warum jetzt eine Entscheidung zur Erhöhung der Grundsteuer B?

Diese Frage wird jetzt sicher an manchem Küchentisch und Tresen in diesen Tagen diskutiert.
So sind Fakten hilfreich und nötig zur Meinungsbildung. Was bedeuten die von Bürgermeister Arndt vorgeschlagenen neun Prozent Anhebung nach sieben Jahren Nullrunde konkret? 

Seit 2008 sind die Gemeindesteuern für private Hausgrundstücke (Grundsteuer B) mit einem sog. Hebesatz von 445 % auf den Einheitswert der Grundstücke stabil geblieben geblieben. Eine Anpassung an die Preisentwicklung erfolgte nicht. Diese lag seitdem bei folgenden Jahreswerten: 2,6%, 0,4% 1,1% 2,3% 2,0%, 1,3% (Quelle: destatis.de).

D.h.: 400 Euro Grundbesitzabgaben für ein durchschnittliches Grundstück haben in der Gemeindekasse heute nur noch einen Realwert (Kaufkraft) von ca. 360 Euro. Aufwändungen für Kindergärten, Straßen, Bürgerhaus, Sportanlagen und Gehälter sind aber real gestiegen. Zugleich geht die Einwohnerzahl zurück.

Ein sparsamer Umgang mit Geld erfolgt seit langem in der Gemeinde. Über das Sparen hinaus gibt es nun drei Alternativen:

  1. Ein deutliches Streichen von Leistungen. Z.B. Höhere Hallenmieten. Schließung des Freibades. Verzicht auf kulturelle Veranstaltungen. Das wollen die CDU und ich nicht.
  2. Noch höhere Schulden. D.h. auf unsere ohnehin schon geringer werdende Kinderzahl laden wir noch höhere Hypotheken. Das finde ich nicht gerecht.  Herr Gurka scheint bereit, diesen Weg zu gehen. Die von ihm angesprochenen Bundeszuschüsse für Kommunen sollen vor allem helfen, den (weiteren) Anstieg der Sozialkosten abzufangen. Die Inklusionshilfen des Landes sind zweckbestimmt für künftige Umbauten an Schulen, die Kinder mit Einschränkungen aufnehmen. Sie sind nicht für die Aufbesserun des allgemeinen Gemeindehaushalts.
  3.  Die heutige Generation übernimmt die Anpassung an die Lebenshaltungskosten auf ihre eigenen Schultern. Das halte ich für fair und vertretbar.

    Die Anhebung der Beiträge schafft übrigens kein Polster für die Zukunft! Sie baut nur den entstandenen Rückstand ab.

II. Was kostet das für eine Familie als Hausbesitzer oder Mieter genau?

Gerundete Zahlen. Berechnungen der Gemeindeverwaltung

Freistehendes Einfamilienhaus (EFH), 305 qm Grundstück, Fertigstellung 2008:
Grundsteuer 2009-2014: 323 € p.a. 
Grundsteuer 2015:           352 € p.a.   
Unterschied                         29 € p.a. (je Monat + 2,40 €) 

EFH, 682 qm Grundstück, Fertigstellung 2012 (z.B. Baugebiet Chaussee)
Grundsteuer 2009-2014: 507 € p.a. 
Grundsteuer 2015:            554 € p.a.   
Unterschied                          47 € p.a.

Zweifamilienhaus, 628 qm Grundstück, Fertigstellung 1982, z.B. Ziegenhude
Grundsteuer 2009-2014: 494 € p.a. 
Grundsteuer 2015:            539 € p.a.   
Unterschied                          45 € p.a. 
(z.B. 5 Bewohner, davon ein Einpersonenhaushalt (Rentnerin) im Erdgeschoss = + 1,85 € je Monat für jede Mietpartei/Eigentümerpartei) 

Zweifamilienhaus, Ortskern Wickede, Fertigstellung 1961
Grundsteuer 2009-2014: 263 € p.a.
Grundsteuer 2015:           290 € p.a.
Unterschied:                         27 € p.a.
 

Wie stehen wir im Vergleich zu anderen Gemeinde da?

Hier eine verbundene Betrachtung von allen Beiträgen von Hausbesitzer/innen bzw. Mieter/innen (bei den Mietumlagen), d.h. Grundsteuern, Abwasser- und Abfallgebühren, Straßenreinigung und Winterdienst für ein angenommenes Einfamilienhaus aus 2006, Einheitswertmaßstab 85 Euro
Bei Wickede inklusive der Grundsteueranhebung für 2015. Übrige Gemeinden: Stand 2013/2014. Die Beträge in Euro beziehen sich auf das ganze Jahr und sind gerundet.
  

Wickede

1215

Werl

1700

Ense

1390

Fröndenberg

1650

Soest

1180

Möhnesee

1600

Menden

1275

Arnsberg

1460

Welver

1530

Vor dem Hintergrund dieser Fakten bilden Sie bitte Ihre eigene Meinung.

Ich bin der Auffassung, Wickede ist und BLEIBT ein attraktiver, sozial fairer und familienfreundlicher Wohnstandort und Lebensmittelpunkt!

Danke für Ihr Interesse.